Die Wildkräutersaison hat in Finnland bereits begonnen, denn junge Brennnesseln, Giersch und Löwenzahnblätter strecken ihre kleinen Köpfe aus dem Boden. Das Sammeln von Wildkräutern ist eines der schönsten Hobbys überhaupt: Man verbringt Zeit im Freien, es kostet nichts, es hält den Geist wach und füllt die Küchenschränke mit köstlichen natürlichen Superfoods.
Wildkräuter lassen sich auf vielfältige Weise genießen. Eine einfache Möglichkeit, sich mit Wildkräutern vertraut zu machen, besteht darin, zu lernen, wie man sie für die Zubereitung köstlicher und gesunder Kräuterteemischungen verwendet. Kräutertees lassen sich ganz nach Geschmack mischen – von einem sanften, blumigen Aroma bis hin zu einer belebenden und kraftvollen Reinigungsmischung mit einem Hauch von grünem, frischem Geschmack. Die Blätter von Beerenpflanzen beispielsweise haben wunderbare Aromen, die in der Regel jedem schmecken.
Kräutertees haben nicht nur einen wunderbaren Geschmack, sondern erfüllen auch einen bestimmten Zweck: Sie helfen Ihnen, wach zu werden, oder beruhigen Körper und Geist für eine erholsame Nacht. In unserer finnischen Volkskunde wurden viele Krankheiten und Beschwerden mit unseren heimischen Kräutern behandelt, insbesondere mit verschiedenen Kräutertees. Kräuterteemischungen wurden zur Entgiftung und Reinigung des Körpers, zur Unterstützung der Verdauung und zur Beruhigung von Körper und Geist verwendet. Kräutertees aus Wildkräutern sind zudem von Natur aus koffeinfrei, obwohl manche Kräuter Körper und Geist einen belebenden Schub geben können.
Es ist super einfach, eigene Wildkräutertees zuzubereiten. Du erzielst jedoch bessere Ergebnisse, wenn du ein wenig darüber weißt, welche Kräuter gut zusammenpassen. Wildkräuter können starke Wirkungen auf den Körper haben, daher ist es ratsam, langsam mit dem Genuss von Kräutertees zu beginnen und die Auswirkungen der verschiedenen Kräuter auf deinen Körper zu beobachten. Bestimmte Kräuter verstärken sich gegenseitig und ergänzen sich wunderbar in Geschmack und Wirkung. Es ist gut, sich mit den Kräutern, die du verwendest, vertraut zu machen. Denk daran, dass manche Kräuter allergische Reaktionen auslösen können.

Auf der Suche nach den perfekten Kräutern für den Tee
Bevor du dich in den Wald begibst, solltest du sicherstellen, dass du die gesuchten Kräuter sicher bestimmen kannst und dass du deine Rechte und die Einschränkungen beim Sammeln von Kräutern in Bezug auf den Grundstückseigentümer kennst. Es ist ratsam, einen Kurs zum Sammeln von Wildkräutern zu besuchen und sich online näher mit dem Thema zu befassen.
Beim Sammeln von Kräutern ist es wichtig, besonders auf die Sauberkeit des Sammelgebiets zu achten, da Pflanzen dazu neigen, Giftstoffe aus dem Boden aufzunehmen.
Was man beim Sammeln von Wildfrüchten beachten sollte:
- Pflanzenblätter sollten im Frühjahr gesammelt werden, bevor die Pflanze blüht. Die Frühlingsmonate sind die beste Zeit, um die meisten Pflanzen zu sammeln, da die jungen Pflanzen gerade erst beginnen, aus dem Boden zu sprießen. Auch der Nährstoffgehalt der Pflanzen ist zu dieser Jahreszeit am höchsten.
- Blumen sollten gepflückt werden, wenn sie gerade zu blühen beginnen, da ihr Duft dann am intensivsten ist. Löwenzahnblüten eignen sich zum Beispiel hervorragend für Kräutertees.
- Wurzeln sollten im frühen Frühling oder im späten Herbst gesammelt werden.
- Samen sollten kurz vor ihrer vollständigen Reife gesammelt werden. Aus Brennnesselsamen lässt sich zum Beispiel ein köstlicher Krafttee zubereiten!

Wildkräuter, ideal für Kräutertees
Nachfolgend findest du eine Liste einiger der besten Kräuter für Kräutertees, sortiert nach der besten Zeit für das Sammeln. Es gibt sicherlich noch viel mehr Pflanzen, die für Kräutertees verwendet werden können, aber diese Liste ist ein guter Einstieg. Die beste Zeit zum Sammeln variiert natürlich jedes Jahr leicht, je nach Wetter und deinem Standort.
Früher Frühling (kurz nach der Schneeschmelze)
- Löwenzahn- und Baldrianwurzeln
Frühling
- Fichten- und Kiefernsprossen
- Junge Birkenblätter
- Junge Brennnessel- und Löwenzahnblätter
- Birken-, Ebereschen- und Lindenblätter
- Brennnessel-, Löwenzahn-, Himbeer- und Weidenröschenblätter
- Blätter und Blüten der Mädesüß
- Heidelbeerblätter (bevor die Beeren reif sind)
- Blätter des Frauenmantels vor der Blüte
- Kamillenblüten
- Schafgarbenblüten, Veilchen und Weidenröschenblüten
- Rotkleeblüten
- Blätter der Ringelblumen
- Goldrutenblüten
- Heidekrautblüten
- Rosenblätter
- Brennnesselsamen
- Heidekrautblüten, Preiselbeerblätter
- Löwenzahnwurzeln, Baldrianwurzeln
- Rosenwurzeln
- Wacholderbeere
- Erlenzapfen
- Tannennadeln
- Wacholderbeeren
- Birken-Chaga

Kräutertee zubereiten
Zur Zubereitung von Kräutertee können sowohl frische als auch getrocknete Kräuter verwendet werden. Sie können eine einzige Wildkräutersorte verwenden oder verschiedene Kräuter mischen. Beim Mischen der Kräuter ist es wichtig darauf zu achten, wie sich die Eigenschaften und Merkmale der verschiedenen Kräuter gegenseitig ergänzen. Eine gute Grundlage für eine Kräuterteemischung bilden Weidenröschen oder Himbeerblätter. Diese beiden Kräuter sind aufgrund ihres köstlichen Geschmacks und ihrer guten Verfügbarkeit in Kräutertees besonders beliebt.
Kräutertees sollten 5 bis 15 Minuten lang in Wasser von 80 bis 90 °C ziehen. Machen Sie sich unbedingt mit den verwendeten Kräutern vertraut, da manche Pflanzen stärker wirken als andere und unterschiedliche Reaktionen hervorrufen können. Kräuter, die für ihre heilenden Eigenschaften bekannt sind, sollten nicht über einen längeren Zeitraum hinweg kontinuierlich eingenommen werden.
Anders als bei vielen Teesorten werden Ihre Wildkräuter durch längeres Ziehen nicht bitter, sodass Sie sie ruhig länger ziehen lassen können. Sie können sogar über Nacht ziehen und am nächsten Tag für einen köstlichen Eistee verwendet werden! Um den vollen Nutzen aus den Kräutern zu ziehen, können Sie diese nach dem Ziehen einfach essen. Ich persönlich esse sie gerne mit etwas Honig oder gebe sie in meinen Smoothie.
Nachfolgend findest du einige unserer Vorschläge für köstliche, aromatische und wohltuende Kräuterteemischungen. Wenn du diese ausprobierst, achte bitte darauf, die individuelle Reaktion deines Körpers darauf zu beachten.
Beruhigender Kräutertee
Auf Basis von Himbeerblättern und Weidenröschenblättern
Mit dem Aroma von Heidekrautblüten und Pfefferminze
Entschlackender Kräutertee (maximal 2 Wochen lang anzuwenden)
Basis aus Brennnessel- und Löwenzahnblättern
Geschmack durch Schafgarbenblüten
Tiefenreinigender Kräutertee (maximal 2 Wochen lang anzuwenden)
1 Teil Birkenblätter, 1 Teil Wacholderbeeren, 1 Teil Löwenzahnwurzel
Belebender Krafttee
1 Teil Fichtensprossen, 1 Teil Johannisbeerblätter, 1 Teil Vogelbeeren oder Rosenbeeren
Belebender Tages-Tee
Basis aus Rosenwurzel und Himbeerblättern
Geschmack durch Weidenröschenblätter und -blüten sowie Birkenblätter
Ähnliche trinkfertige Kräuterteemischungen findest du bei der finnischen Firma METTÄ nordic. TIPP! Probiere doch mal, deine Kräuterteemischung in deinen Smoothie zu geben – weitere Tipps findest du hier.

Text: METTÄ Nordic
Fotos: Annika Hannus & Ottilia Orenius
Quellen:
Annika Hannus, Anna Nyman, Pauliina Toivanen, Aino Huotari, Nick Victorzon 2017: Villiyrtit – Wohlbefinden aus der Heimat ((engl. Wildkräuter – Wohlbefinden aus der Nachbarschaft)
Toivo Rautavaara, 1980: Wofür sind unsere Pflanzen geeignet? (dt. Wozu unsere Pflanzen gut sind)
Toivo Rautavaara, 1983: Gesundheitstee aus Wildkräutern (dt. Gesundheitstee aus natürlichen Pflanzen)
Sinikka Piippo, 2016: Gemüse (engl. Wildgemüse)
Finnisches Bildungsministerium, 2016: Kräuterführer (dt. Ein Leitfaden zu Heilkräutern)
Ulla und Pertti Salo, 2007: Wohlbefinden aus der Natur (engl. Wohlbefinden durch die Natur)
Satu Hovi. Readme.fi, 2017: Kräuter (Naturkräuter)
yrttitarha.fi

