Wenn Sie sich in Finnland aufhalten, wird Ihnen der Name Gefilus. Es handelt sich um eine der bekanntesten Produktfamilien auf Basis von Milchsäurebakterien, deren bekanntester Stamm Lacticaseibacillus rhamnosus GG ist, auch LGG genannt.
Laut Valio ist LGG das weltweit am besten erforschte Milchsäurebakterium, zu dem mehr als 800 wissenschaftliche Studien vorliegen. Die Marke gibt zudem an, dass LGG das bekannteste und am häufigsten verwendete Milchsäurebakterienpräparat in Finnland ist.
Was enthalten Gefilus-Produkte?
Die Gefilus-Produkte basieren auf LGG, und einige Produkte enthalten je nach Darreichungsform auch Nährstoffe wie Vitamin C und D oder Zink. Auf den Produktseiten von Valio wird LGG als das zentrale Milchsäurebakterium der Gefilus-Produktreihe beschrieben, während einigen Produkten je nach Produkttyp weitere Inhaltsstoffe wie Ballaststoffe oder zusätzliche Bakterienstämme zugesetzt werden.
Was LGG so besonders macht
LGG zeichnet sich dadurch aus, dass es seit Jahrzehnten erforscht wird und dass Forscher Merkmale identifiziert haben, die erklären, warum es so viel wissenschaftliches Interesse auf sich gezogen hat. Valio beschreibt LGG als äußerst widerstandsfähig: Es überlebt die Passage durch den Verdauungstrakt und kann sich mit haarartigen Strukturen an der Darmwand festsetzen. In der wissenschaftlichen Literatur werden diese Pili, die oft als SpaCBA-Pili bezeichnet werden, zudem als wichtiger Bestandteil der Fähigkeit von LGG beschrieben, sich an den Darmschleim zu binden.
Ein weiterer Grund für die große Bekanntheit von LGG ist seine Geschichte. Wissenschaftliche Aufzeichnungen und Patentunterlagen lassen sich bis zu den Arbeiten von Sherwood Gorbach und Barry Goldin in den 1980er Jahren zurückverfolgen; das „GG“ leitet sich von ihren Nachnamen ab. Heute ist der Stamm auch unter der Bezeichnung ATCC 53103 bekannt.
Warum Forscher immer wieder zum LGG zurückkehren
LGG ist nicht nur deshalb bekannt, weil es schon lange existiert. Es ist bekannt, weil es zu einem Modellstamm für die Forschung geworden ist. In Fachberichten und wissenschaftlichen Zusammenfassungen wird es immer wieder als einer der am besten dokumentierten Stämme seiner Kategorie beschrieben, und auch in Werbematerialien von Valio und Novonesis wird es als das am besten erforschte Milchsäurebakterium seiner Art dargestellt. Das bedeutet nicht, dass jedes Produkt, das LGG enthält, identisch ist, aber es erklärt, warum genau dieser Stamm in wissenschaftlichen Diskussionen und im Verbraucherdiskurs so häufig erwähnt wird.
Eine finnische Erfolgsgeschichte mit globalen Wurzeln
Gefilus ist eng mit Finnland verbunden. Laut Valio werden Gefilus-Produkte in Finnland hergestellt, und die Marke ist zu einem festen Bestandteil der finnischen Alltagskultur in Bezug auf Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel geworden. Gleichzeitig ist die Geschichte von LGG international: Der Stamm wurde ursprünglich von amerikanischen Forschern identifiziert, später in Finnland kommerzialisiert und hat sich seitdem weltweit einen Namen gemacht. Novonesis gibt an, dass LGG seit 1990 weltweit in Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln verwendet wird.
Warum man oft von „Milchsäurebakterien“ statt von „Probiotika“ spricht
Wenn Sie finnische oder EU-Verpackungen aufmerksam lesen, fällt Ihnen vielleicht auf, dass Unternehmen oft von „Milchsäurebakterien“ statt von „Probiotika“ sprechen. Das ist kein Zufall. Das Register für gesundheitsbezogene Angaben der Europäischen Kommission listet zugelassene und nicht zugelassene gesundheitsbezogene Angaben auf, und in der EU-Praxis wird der Begriff „Probiotika“ im Allgemeinen eher als gesundheitsbezogene Angabe denn als neutrale Beschreibung eines Inhaltsstoffs behandelt. Aus diesem Grund wählen Marken in dieser Kategorie oft eine vorsichtigere Formulierung auf der Verpackung und im Marketing.
Warum LGG für die Geschichte von Gefilus wichtig ist
Für internationale Leser lässt sich der Kernpunkt einfach zusammenfassen: Gefilus ist bekannt, weil LGG bekannt ist. Der Stamm blickt auf eine lange Forschungsgeschichte zurück, verfügt über einen eindeutig identifizierten wissenschaftlichen Namen und weist physikalische Eigenschaften auf, die von Forschern eingehend untersucht wurden. Diese Kombination hat dazu beigetragen, dass Gefilus zu einem der bekanntesten Namen im Bereich der Milchsäurebakterien in Finnland geworden ist.
Das Fazit
Gefilus ist nicht nur ein bekannter finnischer Markenname. Dahinter steht einer der bekanntesten Bakterienstämme dieser Kategorie: Lacticaseibacillus rhamnosus GG. Die lange Forschungsgeschichte von LGG, seine Widerstandsfähigkeit bei Verdauungsproblemen und seine Fähigkeit, sich an die Darmschleimhaut anzuheften, sind die Hauptgründe dafür, dass es sowohl in der Wissenschaft als auch in Konsumgütern immer wieder auftaucht. Deshalb fallen in Finnland, wenn von Milchsäurebakterien die Rede ist, Gefilus und LGG oft in einem Atemzug.

